
kreislauffähige Sanitärsysteme

Warum Kreislauf-Systeme jetzt relevant werden
Sommertrockenheit, steigende Wasser- und Abwassergebühren und strengere Umweltauflagen: Das alte Modell "Frischwasser rein, Abwasser raus" stösst an seine Grenzen.
Gleichzeitig gehen mit dem Abwasser wertvolle Ressourcen wie Nährstoffe (z.B. Phosphor) und Wärmeenergie verloren, die teuer in Kläranlagen aufbereitet werden müssen.
Innovatives Bauen bedeutet heute, Wasserkreisläufe auf Areal- oder Gebäude-Ebene zu schliessen, um resilienter und wirtschaftlicher zu werden.
Unser Ansatz: Systeme als Kreisläufe denken
Wir denken über die klassische Sanitärplanung hinaus. Statt nur einzelne Rohre zu dimensionieren, analysieren wir alle Wasserströme (Regen-, Grau- und Schwarzwasser) und deren Potenziale. Wir planen robuste, hygienisch einwandfreie und wirtschaftlich sinnvolle Systeme zur Wasseraufbereitung und Ressourcengewinnung.

Unser Prozess: Von der qualitativen Analyse zur robusten Lösung
Gute Entscheidungen basieren auf Erfahrung und einer klaren Strategie. Die Quantifizierung ist dabei ein wertvolles Werkzeug, aber nicht der Ausgangspunkt jeder Überlegung.
Qualitative Analyse & Strategie
Am Anfang steht das Verständnis für Ihr Projekt:
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Analyse des Nutzungsprofils und des Standorts (Wasserverfügbarkeit, Gebühren)
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Definition der Ziele (z.B. Wassereinsparung, Autarkiegrad, Nährstoff-Recycling)
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Entwicklung einer Kreislauf-Strategie (z.B. Grauwasser- vs. Regenwassernutzung)
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Frühzeitige Abklärung mit Behörden (Bewilligungsfähigkeit)
Projekte, die den Kreislauf schliessen
No-Mix Projekt
Herausforderung: Das Wassermanagement der Zukunft ist kreislauffähig: Unterschiedliche Wasserströme wie Trinkwasser, Regenwasser, Grauwasser, Schwarzwasser und Urin werden darin getrennt geführt, aufbereitet und dann einer erneuten Nutzung zugeführt.
Aufgabe: Die Technologien dafür wären vorhanden – doch in der Baupraxis fassen solche Anlagen noch kaum Fuss. In diesem Projekt mit dem Water Hub von Eawag & Empa sowie in Kollaboration mit Cerca Research & Design Lab, war unsere Aufgabe, Herausforderungen im Kontext der Bauprozesse zu identifizieren. Und dann weiter zu denken:
Was wären Ansätze, die eine niederschwellige Planung und prozesssichere Installation von kreislauffähigen Sanitärsystemen fördern?
Lösungen: Aus den Problemstellungen, die wir in der Analyse eruierten, haben wir Projektvorschläge für den Water Hub und verbundene Organisationen entwickelt. Ziel ist, auf verschiedenen Ebenen Prozesse in Gang zu bringen, die kreislauffähigen Sanitärinstallationen den Eintritt in die Baupraxis erleichtern.


Potentialanalyse Nährstoffkreislauf Juch



Herausforderung: Die Schweiz importiert jährlich zwischen 1,4 und 1,8 Millionen Tonnen Düngemittel. Durch einen geschlossenen Nährstoffkreislauf liesse sich die Abhängigkeit vom Ausland stark reduzieren.
Aufgabe: Das Recycling Centrum Juch ist als Pilotprojekt der Kreislaufwirtschaft konzipiert. Der Fokus liegt bislang stark auf ReUse-Baumaterialien. Das Bestreben von MoBü, die Betrachtung der Kreisläufe auch auf Verbrauchsressourcen zu erweitern, stiess auf Interesse beim Projektteam. Dies führte zu einer Potenzialanalyse mit dem Ziel, den Nährstoffkreislauf zu schliessen.
Lösungen: Als mögliche Umsetzungsvariante wurde das VUNA-System identifiziert. Die nötige Logistik brachte jedoch Herausforderungen mit sich, welche im fortgeschrittenen Projektstand nur schwer umsetzbar gewesen wären. Daher wurde entschieden, die Lösungsvariante auf Fremdarealen weiterzuverfolgen.
