i-Tree: Welchen Wert haben städtische Bäume

Noch immer werden Stadtbäume als reine Gestaltungselemente zur Verschönerung angesehen, welche hohe Erstellungs- und Wartungsosten verursachen. Dabei ist der Nutzen und somit der Wert des Baumes bei weitem diverser. Das Prinzip der #Schwammstadt zeigt die Vorteile der Stadtbäume auf. Zum Beispiel können Bäume in das #Regenwassermanagement eingebunden werden um vor Hochwasser zu schützen. Auch sind Bäume wunderbare natürliche Kühlanlagen. Die #Hitzeminderung erfolgt durch das Beschatten, wie auch das Verdunsten des Regenwassers über die Blätter (Transpiration). Grün Stadt Zürich hat die Thematik der Stadtbäume in einer Veranstaltung aufgegriffen. Das Thema wurde am 27. Januar 2021 von Andrea Gion Saluz, (ZHAW) präsentiert.

I-Tree ist eine wissenschaftliche Software, die klimarelevante Ökosystemleistungen quantifiziert und als Grundlage für Planung, Management und Kommunikation verwendet werden kann. https://www.itreetools.org/


i-Tree

Mit dem vom USDA Forest Service (USA) entwickelten Softwareprogramm i-Tree ist es möglich anhand von Strukturparametern (z.B. Baumart, Höhe, Stammdurchmesser, Kronenvolumen) ausgewählte ökophysiologische Leistungen (Reduktion von Ozon, CO2, Luftschadstoffen, Temperaturregulierung) von einzelnen Bäumen oder Wäldern zu modellieren, zu quantifizieren und in Geldwerten auszudrücken.


Nach der Eingabe der Strukturparameter erfolgt die Auswertung gruppiert nach Baum, Baumart und Stratum. Eine allgemeine Aussage, welche Baumart, die besten Werte hat, lässt sich nicht machen. Dazu sind die Bäume je nach Art, Alter und Grösse zu unterschiedlich. Klar ist jedoch, dass der Nutzen mit dem Alter stark steigt. Jungbäume haben bei weitem nicht den selben Effekt wie Ausgewachsene Bäume.


Aktuelle Nutzung

Für die Nutzung in der Schweiz mussten örtliche Wetter- und Luftverschmutzungsdaten eingepflegt werden. i-Tree wird simultan in 8 Schweizer Städten in definierten Projektperimetern angewandt. Der Wissenstransfer soll mit folgendem Output nachhaltig gefördert werden.

  • Übersetzung des Handbuchs in die Landessprachen

  • Leitfaden (Cheat Sheet) für die Datenaufnahme im Feld

  • Programmanpassungen werden möglich sein

  • Wissenstransfer auf allen Ebenen

  • Auswertung und Dokumentation

  • Handlungsempfehlungen und eine Toolbox

Kleine Baumrunde durch Zürich

Auf öffentlichem Gebiet in der Stadt Zürich stehen ca. 22'000 Strassenbäume und 40'000 Analgebäude. Auf privatem Grundstück sind es schätzungsweise noch mal ca. 60'000 Bäume. Dabei überwiegen Ahorne, gefolgt von Rosskastanien.


Unser Fazit:

Im Einbezug der Fachplanung Hitzeminderung und deren drei Hauptziele:

  • die Überwärmung im gesamten Stadtgebiet vermeiden

  • vulnerable Stadtgebiete gezielt entlasten und

  • das bestehende Kaltluftsystem der Stadt Zürich erhalten.

wird der öffentliche Raum nicht ausreichen, die Ziele zu erreichen. Etwa die Hälft der Stadtbäume stehen auf privatem Grund. Diesen gilt es nun einen Wert zu geben. Untersuchungen haben gezeigt, dass der Grundstückpreis, bei einer Erhöhung des Grünanteils, steigt. Typische Bauprojekte kommen irgendwann an den Punkt, bei dem der Rotstift angesetzt wird. Dabei fallen die Verschönerungselemente, welche in der Anschaffung und Wartung teuer sind, aus dem Projekt raus. I-Tree bietet nun eine ganze Kette von Argumenten gegen das Streichen der Begrünung, wie auch die Möglichkeit, günstigere Lösungen mit demselben, oder höherem Nutzen zu evaluieren.


Wir sind bereit den Mehrwert auch im privaten Bereich aufzuzeigen.


Weitere Infos:



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